Wenn der Staat euch ein Stück Software gibt, um damit hoheitliche Dokumente darzustellen und der Staat es zum gesellschaftlichen Standard macht, die Software ständig zu benutzen, dann sind natürlich jede Art von Grundrechtsupdates, die sich in einer Ap...
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@cdonat @Lilith Sorry, aber das sind zwei vollständig unterschiedliche Paar Schuhe:
Man kann digitale Ausweise zur Altersverifikation nutzen. Das ist der Status Quo. Das Missbrauchspotenzial ist dabei relativ gering, da nur zertifizierte Anbieter darauf zugreifen dürfen und diese strengen Datenschutzauflagen unterliegen. Sonst würden die Zigarettenautomaten nämlich garantiert ein Profil über dich anlegen. Und mein Vorschlag ist alles genau so zu lassen.
Das hat mit Web-Tracking nichts zu tun.
Wie gesagt, die Frage ist, ob wir das in diesem Zusammenhang überhaupt wollen sollten.
Apps und Websites sollen demnach ja das Alter des Users verifizieren können. Websites die tracken, werden dann die Alterskohorte ins Profil aufnehmen.
Selbst wenn Zigarettenautomaten tracken würden, bekämen sie bei weitem kein so detailliertes Profil von so vielen Menschen. Sie wüssten die bevorzugte Marke und ein grobes Bewegungsprofil, aber nur von Rauchern.
Das ist nicht vergleichbar.
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Und damit hat die Plattform eine Alterskohorte: über 16, oder unter 16.
Die Plattformen managen auch Online-Werbung auf anderen Websites. Gehst du auf die Seite deiner Lokalzeitung, die z.B. Werbung über Google einbindet dann sieht das Google und schreibt das in dein Profil.
Plakativ: unter 16 und an Klimaschutz interessiert -> angehender Terrorist!
Und viele Websites binden Werbung über mehreren Plattformen ein. Die Plattformen tracken fast überall.
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Wie gesagt, die Frage ist, ob wir das in diesem Zusammenhang überhaupt wollen sollten.
Apps und Websites sollen demnach ja das Alter des Users verifizieren können. Websites die tracken, werden dann die Alterskohorte ins Profil aufnehmen.
Selbst wenn Zigarettenautomaten tracken würden, bekämen sie bei weitem kein so detailliertes Profil von so vielen Menschen. Sie wüssten die bevorzugte Marke und ein grobes Bewegungsprofil, aber nur von Rauchern.
Das ist nicht vergleichbar.
@cdonat @Lilith
> in diesem ZusammenhangSorry, welcher Zusammenhang genau?
Wenn Apps oder Websites das Alter des Nutzers verifizieren um nur Nutzer über 18 den Zugang zu ermöglichen, brauchen sie dann halt dafür eine Zulassung vom Bundesverwaltungsamt und vom BSI zertifizierte Sicherheitssysteme. Und dann erfahren sie genau eins: Dass der Nutzer über 18 ist. Das war aber ja ohnehin Bedingung zum nutzen der Webseite, also kein Erkenntnisgewinn im Profil.
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@MSugarhill Die bisherige AusweisApp ist Open Source und auf F-Droid verfügbar. Darüber einen Trojaner zu verbreiten, wäre also nicht leichter als in irgendeiner anderen beliebten FOSS App.
Eine verpflichtende proprietäre App wäre hingegen natürlich ein absolutes No-Go.
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Und damit hat die Plattform eine Alterskohorte: über 16, oder unter 16.
Die Plattformen managen auch Online-Werbung auf anderen Websites. Gehst du auf die Seite deiner Lokalzeitung, die z.B. Werbung über Google einbindet dann sieht das Google und schreibt das in dein Profil.
Plakativ: unter 16 und an Klimaschutz interessiert -> angehender Terrorist!
Und viele Websites binden Werbung über mehreren Plattformen ein. Die Plattformen tracken fast überall.
@cdonat @Lilith Ok, du willst die komplette Anonymität ohne jegliche Daten. Das mag in einer idealen Welt schön sein, hat aber nichts mit dem zu tun, worüber wir gerade sprechen. Die Netzwerke können mit KI aufgrund unserer Postings herausfinden wo wir wohnen, wie alt wir sind, ob wir krank sind, schwul oder links. Und sie machens einfach. Da ist die Info ü oder u 16 wirklich nicht unser eigentliches Problem ^^
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@MSugarhill Das wäre ohne Druck der hier gerade so gescholtenen digitalen Zivilgesellschaft wohl hier auch nicht so gekommen.
Also hin und wieder können sie schon noch was bewirken.
@Lilith -
Wenn der Staat euch ein Stück Software gibt, um damit hoheitliche Dokumente darzustellen und der Staat es zum gesellschaftlichen Standard macht, die Software ständig zu benutzen, dann sind natürlich jede Art von Grundrechtsupdates, die sich in einer App abbilden lassen, nur noch Softwareupdates.
Dann ist Bewegungsprofilbildung, selektiver oder vollständiger Entzug der Bürgerrechte, realtime Abschiebetracker, … einfach nur Sotware, welche die Faschos in 72 Stunden ausrollen können.
@Lilith da scheint ein Tsunamis in digitaler Form auf und zuzurollen. Was Bürger brauchen bzw. sinnvoll in deren Leben ist scheint kein besonderes Kriterium.
Man sieht die IT- Industrie mächtig zu lobbyieren. Hoffentlich gibt es noch kluge Politiker um den Datenschutz hoch zu halten. Und den Dazenmißbrauch einen Riegel vor zu schieben. -
Gerade weil ich mir all das ausdenken kann, ohne meinen Aluhut rauszuholen, verstehe ich nicht, warum sich Akteure der digitalen Zivilgesellschaft so sehr zu Komplizen des Staates beim Aufbau dieser Infrastruktur machen.
Aber bei denen wird jede Initiative wohl leider an Selbstmitleid und Formfragen der Kritik sterben. Und daran, das man sich ja wieder mehr auf Computer und weniger auf Politik fokussieren solle. -
Wenn der Staat euch ein Stück Software gibt, um damit hoheitliche Dokumente darzustellen und der Staat es zum gesellschaftlichen Standard macht, die Software ständig zu benutzen, dann sind natürlich jede Art von Grundrechtsupdates, die sich in einer App abbilden lassen, nur noch Softwareupdates.
Dann ist Bewegungsprofilbildung, selektiver oder vollständiger Entzug der Bürgerrechte, realtime Abschiebetracker, … einfach nur Sotware, welche die Faschos in 72 Stunden ausrollen können.
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@Lilith Was hältst du von einem staatsfernen Ansatz, wie ich ihn hier skizziere? https://www.droid-boy.de/eine-datenschutz-sichere-altersueberpruefung-ist-moeglich/
@droidboy @Lilith Wenn überhaupt irgendwas in Richtung „Alterskontrolle“, dann sowas hier: https://epicenter.works/content/altersverifikation-neu-gedacht-ein-moeglicher-loesungsansatz
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@ankoeln @MSugarhill Geil das staatliche Überwachungsprojekt besser gemacht, super!
@Lilith Wenn wir Verfahren wie die AusweisApp komplett boykottieren, werden stattdessen eben datenschutztechnisch viel schlimmere Verfahren wie Videoident verwendet.
Dass in immer mehr Bereichen persönliche Identifikation verpflichtend werden soll, muss natürlich bekämpft werden.
Das heißt aber nicht, dass man auch die vergleichsweise besseren technischen Verfahren zur Identifikation boykottieren muss. -
@lobingera Als wenn die irgendetwas miteinander zu tun hätten. Die Spackeria hat damals einen tatsächlich notwendigen Gegenpol zu den teutonischen Datenschutz-Ottos, die ihre Eigenheime verpixeln lassen, gebildet. @Lilith
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Wenn der Staat euch ein Stück Software gibt, um damit hoheitliche Dokumente darzustellen und der Staat es zum gesellschaftlichen Standard macht, die Software ständig zu benutzen, dann sind natürlich jede Art von Grundrechtsupdates, die sich in einer App abbilden lassen, nur noch Softwareupdates.
Dann ist Bewegungsprofilbildung, selektiver oder vollständiger Entzug der Bürgerrechte, realtime Abschiebetracker, … einfach nur Sotware, welche die Faschos in 72 Stunden ausrollen können.
@Lilith Die ganze aktuelle "Komplexität" und damit die Verwundbarkeit des Systems Staatsdienstleistung wird imO
sehr wesentlich dadurch erzeugt, dass man etwas ohne direkten menschlichen Kontakt und irgendwie "einfach" tun können möchte.
Wohlgemerkt beide Seiten, Staat und Bürger.
Wann immer wir etwas "vereinfachen" mit welcher Begründung auch immer, es ist ein Eingriff in ein Regelungssystem.
Stabile Regelungssysteme haben Verzögerungs- und Dämpfungsglieder sowie in irgendeiner Form Trägheit. -
M monkee@chaos.social shared this topic