Wenn der Staat euch ein Stück Software gibt, um damit hoheitliche Dokumente darzustellen und der Staat es zum gesellschaftlichen Standard macht, die Software ständig zu benutzen, dann sind natürlich jede Art von Grundrechtsupdates, die sich in einer Ap...
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Ich habe schon ein Bankkonto mit dem ePerso eröffnet. Geht schneller und einfacher und ist datenschutzfreundlicher als dieser Video-Ident quatsch, und für die Bank auch billiger. Eigentlich ein Win-Win.
Ich hab auch mal eine Meldebescheinigung online mit ePerso erzeugt, aber das geht leider längst nicht überall. Und aus irgendeinem Grund musste ich da zwischendurch eine unnötige Bund-ID erzeugen nur um die im Anschluss wieder zu löschen. Für das Bankkonto war das nicht nötig.
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Wenn der Staat euch ein Stück Software gibt, um damit hoheitliche Dokumente darzustellen und der Staat es zum gesellschaftlichen Standard macht, die Software ständig zu benutzen, dann sind natürlich jede Art von Grundrechtsupdates, die sich in einer App abbilden lassen, nur noch Softwareupdates.
Dann ist Bewegungsprofilbildung, selektiver oder vollständiger Entzug der Bürgerrechte, realtime Abschiebetracker, … einfach nur Sotware, welche die Faschos in 72 Stunden ausrollen können.
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@Lilith Ja.
Aber erzähl das den internetvordenkerinnen, die vor 15 Jahren die "Datenschutzkritische Spackeria" veranstaltet haben und nicht uns, die seit etwa 30 Jahren davor warnen...
@lobingera @Lilith die Spackeria habe ich vor ein paar Tagen noch mal online gesucht, weil ich neugierig war, was aus dem Haufen geworden ist. Die sind vermutlich immer noch dabei, von leistungslosem Reichtum durch neue Geschäftsmodelle zu träumen.
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@Lilith Grundsätzlich wäre digitaler Zugang zu staatlichen Stellen aber schon gut, auch wenn Deine Kritik absolut valide ist.
Welcher Ansatz schwebt Dir vor? Offene Schnittstellen? Webseiten-basiert?
@Exxo Digitalen Zugang zu staatlichen Stellen gibt es doch heute schon. Ich konnte mir eine Meldebescheinigung vom Amt als PDF runterladen, nachdem ich mich mit meinem Personalausweis eingeloggt habe. Keine App und auch kein neues Verfahren, um hoheitliche Dokumente abzubilden, waren dafür notwendig. Wir haben das alles schon heute, wir müssen es nur benutzen. Dass Behörden zu langsam sind, um die "neue" Technik (nPA ist von 2010) einzuführen wird ein zusätzliches Verfahren nicht lösen.
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Gerade weil ich mir all das ausdenken kann, ohne meinen Aluhut rauszuholen, verstehe ich nicht, warum sich Akteure der digitalen Zivilgesellschaft so sehr zu Komplizen des Staates beim Aufbau dieser Infrastruktur machen.
Aber bei denen wird jede Initiative wohl leider an Selbstmitleid und Formfragen der Kritik sterben. Und daran, das man sich ja wieder mehr auf Computer und weniger auf Politik fokussieren solle. -
@Lilith Was hältst du von einem staatsfernen Ansatz, wie ich ihn hier skizziere? https://www.droid-boy.de/eine-datenschutz-sichere-altersueberpruefung-ist-moeglich/
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@droidboy "Über die API rechnet der Träger die Kosten für die Altersverifikation ab. Damit wird der Träger finanziert. "
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Gerade weil ich mir all das ausdenken kann, ohne meinen Aluhut rauszuholen, verstehe ich nicht, warum sich Akteure der digitalen Zivilgesellschaft so sehr zu Komplizen des Staates beim Aufbau dieser Infrastruktur machen.
Aber bei denen wird jede Initiative wohl leider an Selbstmitleid und Formfragen der Kritik sterben. Und daran, das man sich ja wieder mehr auf Computer und weniger auf Politik fokussieren solle.@Lilith
Warum die digitale ZG den Komplizen macht: Ich glaube ja, Du verstehst das: Die "organisierte" Zivilgesellschaft hat das Kämpfen verlernt und setzt einfach nur auf (noch so marginale, aber als Erfolg verbuchbare) "Mitgestaltung". Das gibt einem das Gefühl von Dabeisein und von Erfolgen und heißt dann "Pragmatismus" statt Opportunismus.Damit kriegt man auch leichter Funding von Staat und "Philanthropen".
Auf EU- und UN-Ebene btw das gleiche für "digital public infrastructures".
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@Lilith
Warum die digitale ZG den Komplizen macht: Ich glaube ja, Du verstehst das: Die "organisierte" Zivilgesellschaft hat das Kämpfen verlernt und setzt einfach nur auf (noch so marginale, aber als Erfolg verbuchbare) "Mitgestaltung". Das gibt einem das Gefühl von Dabeisein und von Erfolgen und heißt dann "Pragmatismus" statt Opportunismus.Damit kriegt man auch leichter Funding von Staat und "Philanthropen".
Auf EU- und UN-Ebene btw das gleiche für "digital public infrastructures".
@alineblankertz Ja man hat sich das mit dem KoNsTrUktiVisMus einfach so oft erzählt, dass sie das jetzt wirklich alle glauben.
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@Lilith OK, darüber sollen die Kosten für die Infrastruktur bezahlt werden. Ist dann aber schon noch was anderes wie ein profitorientiertes Unternehmen. Wie würdest du es finanzieren?
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@Lilith OK, darüber sollen die Kosten für die Infrastruktur bezahlt werden. Ist dann aber schon noch was anderes wie ein profitorientiertes Unternehmen. Wie würdest du es finanzieren?
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@Lilith Was ich bei der ganzen "Digitalisierung" von Ausweisen nicht verstehe: Wir haben doch bereits einen digitalen Ausweis, mit digitalem Altersnachweis, usw. Jeder (erwachsene) Deutsche hat den und nicht-Deutsche können den problemlos beantragen, wenn sie es nicht ohnehin haben. Warum brauchen wir noch etwas anderes?
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@alineblankertz Ja man hat sich das mit dem KoNsTrUktiVisMus einfach so oft erzählt, dass sie das jetzt wirklich alle glauben.
@Lilith
Das hat dann auch noch ne fiese Dynamik innerhalb und zwischen den Orgas: Die, die nicht an "konstruktive Mitgestaltung" glauben, müssten riskieren, als die Nestbeschmutzer*innen dazustehen, die "den Ruf" der ZG ruinieren.Klar, es hängen Jobs dran, daran ist vieles auch echt prekär. Doch wenn Orgas mehr bemüht sind, am Leben zu bleiben, statt ihre Prinzipien gegenüber Angriffen zu verteidigen, werden sie leider zum Teil des Problems.
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